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Steve Jobs als Vorbild? Gut gemeint, aber leider daneben….

Warum? Weil Genies schlechte Vorbilder sind! Auch wenn ihr Glanz weit strahlt und sie eine hohe Anziehungskraft auf viele ausüben – als Mutmacher und Motivatoren taugen sie wenig.

Warum das so ist, hat die Sozialpsychologin Danfei Hu und ihr Team an der Pennsylvania State University in ihren Experimenten untersucht: es scheint, dass Menschen, die ihre Erfolge hart erarbeiten mussten, uns mehr motivieren als diejenigen, die als Genies gelten.

Erklärt werden kann das mit der empfundenen Nähe zwischen dem Vorbild und dem Leser, weil die allermeisten Menschen auf dem Weg zum Erfolg ebenfalls Mühe und Anstrengung erleben. Geschichten von erfolgreichen Menschen, die sich ihren Erfolg hart erarbeiten mussten, wirken motivierender, weil man Ähnlichkeiten zum eigenen Weg erkennt. Der Abstand zum Genie wirkt unüberwindbar.

Danfei Hu hatte in drei Experimenten den insgesamt rund 620 Probanden den „Lebensweg“ eines berühmten Wissenschaftlers zum Lesen gegeben, in dem auch ausgeführt war, welche Hürden der Wissenschaftler in seiner Karriere zu überwinden hatte. Ausgewählt wurden Albert Einstein (als Genie), Thomas Edison (als jemand, der durch Beharrlichkeit zum Erfolg kam) und für die Kontrollgruppe ein unbedeutender Phantasiephysiker, den sie Mark Johnson nannten. Der Clou dabei: die Studienleiter setzten für alle drei Gruppen den gleichen Werdegang ein und wechselten nur die Namen der Physiker aus.

Ergebnis: diejenigen, die glaubten, Einsteins CV gelesen zu haben, waren im Nachgang weniger motiviert, knifflige Matheaufgaben zu lösen und schnitten dabei auch schlechter ab, als die Gruppe, die über Edison gelesen hatte. Der unbedeutende Mark Johnson hatte keine Auswirkung auf die Motivation der Probanden.

Der erfolgreiche Lebensweg eines Menschen, der uns näher ist, motiviert uns mehr, als der Erfolg eines Menschen, von dem wir glauben, dass er sowieso in einer anderen Liga spielt. Deshalb sollten wir aufhören, Menschen wie Steve Jobs, Albert Einstein, Picasso etc. als Vorbilder zu zitieren und viel mehr nach erfolgreichen Menschen in der näheren Umgebung suchen.

Besonders wichtig sind diese Vorbilder und Rollenmodelle in der Wirtschaft für Frauen: sie brauchen andere Frauen, die mit gutem Beispiel vorangehen. Es braucht mehr Frauen in KMUs zum Beispiel, die vorleben, wie man als Frau Einfluss haben und Chefin sein kann und gleichzeitig auch Mutter und Familienfrau. Und Frauen, die Spaß daran haben, sich zu beweisen und ihr eigenes Business aufzumachen und Frauen, die sich politisch oder in Netzwerken engagieren. Und das alles in einer Art, bei der andere Frauen sich wiedererkennen können und sich angesprochen fühlen. Zugegeben nicht ganz einfach, weil ja jede ein eigener Mensch ist und woanders steht in ihrer persönlichen Entwicklung.

Aber das kann natürlich nur heißen: es ist gut, noch viel mehr und ganz viele unterschiedliche Geschichten von Frauen und deren Lebenswegen zu erzählen und zwar nicht nur die Glanzseiten, sondern gerade auch davon, wie hart es manchmal ist, voranzukommen.

#femaleleadership #femalerolemodel #moreofthat

Quelle: Danfei Hu, Janet N. Ahn, Melissa Vega & Xiaodong Lin-Siegler (2020) Not All Scientists Are Equal: Role Aspirants Influence Role Modeling Outcomes in STEM, Basic and Applied Social Psychology, 42:3, 192-208, DOI: 10.1080/01973533.2020.1734006

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Die Autorin

Ursula Franke Psychologin Moderatorin Coach

Ursula Franke

ist Diplom-Psychologin, Geschäftsführerin und Mediatorin und unterstützt seit über 25 Jahren Kunden bei den Herausforderungen in der Personalentwicklung. Sie ergündet sorgfältig den Kern eines Menschen und weiß, was Begegnung, Vertrauen und Tiefe nachhaltig bewirken können. Ihre Erfahrungen gehen von kleinen Unternehmen bis zu höchsten Führungsebenen in Konzernen.