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Wie gelingt es einer Führungskraft als Coach zu agieren?

Wenn wir den Begriff „Coach“ hören, denken wir vermutlich erst einmal an einen Sport-Coach. Oder vielleicht an einen persönlichen Fitnesstrainer, der dabei unterstützt, die persönliche Bestleistung herauszuholen. Denn bekanntlich steht hinter jedem guten Sportler und jedem guten Team ein guter Coach.

So ein Sportteam entspricht in vielerlei Hinsicht auch einem Team von Mitarbeitern, in dem idealerweise alle an einem Strang ziehen. Das funktioniert nur, wenn eine reibungslose Zusammenarbeit sichergestellt wird und jeder Einzelne seinen Beitrag dazu leistet. Der Coach eines jeden Teams hat hierbei die Aufgabe, die Mitglieder auf ihrem Weg zu begleiten, individuelle Ressourcen zu aktivieren, Horizonte zu erweitern und sie bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. So gesehen kann also die Führungskraft eines Teams im Unternehmen, ebenfalls als Coach der eigenen Mitarbeiter agieren.

In diesem Blogbeitrag möchten wir Ihnen mehr über das Coaching erzählen und wie es einer Führungskraft gelingen kann, ein guter Coach für die eigenen Mitarbeiter zu sein.

Was bedeutet Coaching?

Coaching beschreibt die individuelle Begleitung und Unterstützung von Personen zu bestimmten Themen. Es heißt, dass ein Coach vor allem seinen Coachee bei der Selbstergründung unterstützt, also sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe gibt. Zentrale Elemente des Coachings sind die Selbstreflexion und das Einnehmen verschiedener Perspektiven. Die Aufgabe des Coaches ist es, seinen Coachee für neue Ansichten zu sensibilisieren und Feedback zu geben, sodass er selbständig neue Wege entdeckt und Klarheit erlangt.

Darum sollte eine Führungskraft als Coach agieren können

Manchmal stehen Mitarbeiter vor schwierigen Situationen, in denen sie alleine nicht weiterkommen oder keinen Ausweg sehen – in solchen Momenten ist die Führungskraft als Coach gefragt. Doch auch im beruflichen Alltag kann ein Coaching dabei unterstützen, Themen voranzutreiben oder individuelle Leistungspotenziale auszubauen. Denn beim Coachen der eigenen Mitarbeiter geht es vor allem darum, Hintergründe und Ressourcen zu erkunden, neue Perspektiven zu eröffnen und langfristige Verbesserungen zu erzielen.

Als Führungskraft kann es Sinn machen, die eigenen Mitarbeiter zu verschiedenen Themen zu coachen, um so den Einzelnen, das Team und schließlich die gesamte Organisation weiterzuentwickeln. Dazu zählen beispielsweise:

  • Entwicklung von Lösungen bei schwierigen Situationen
  • Klarheit über Ziele verschaffen
  • Aufdeckung von versteckten Potenzialen
  • Entwicklung und Schärfung von Fähigkeiten und Kompetenzen
  • Vermittlung von Wissen und Kenntnissen
  • Korrekturen an Verhaltensweisen
  • Identifizierung von ungeklärten Problemen, Konflikten oder Erwartungen

Tipps für Führungskräfte

1. Vertrauensvolle Atmosphäre gestalten

Coaching hat viel mit Vertrauen zu tun. Denn nur, wenn eine vertrauensvolle und angenehme Atmosphäre – ohne Druck und Erwartungen – besteht, werden Mitarbeiter offen kommunizieren. Offene Kommunikation ist wiederum eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Coaching.
Führen Sie daher das Coaching-Gespräch in einer bekannten Umgebung durch, entfernen Sie Störfaktoren und sorgen Sie dafür, dass das Gespräch nicht von äußeren Umständen oder anderen Personen unterbrochen wird. Lassen Sie Ihren Coachee wissen, dass alle Inhalte des Coachings vertraulich behandelt werden und stellen Sie eine persönliche Bindung zu Ihrem Coachee her, indem Sie beispielsweise das Gespräch damit beginnen, dass Sie von Ihrem Befinden in der Situation sprechen. (Bsp.: “…auch für mich ist das heutige Gespräch ein besonderes Gespräch. Ich freue mich drauf, ich bin neugierig, was Du berichten magst und ich bin auch ein bisschen aufgeregt.”)

2. Ernsthaftes Interesse zeigen

Das aufrichtige Interesse am Coachee und an dessen Entfaltung ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. Aktives Zuhören, Geduld und freundliche Neugierde können dieses Interesse zum Ausdruck bringen. Als Führungskraft sollten Sie Ihren Mitarbeitern dieses Gefühl nicht nur in den Coachingsitzungen geben, auch im Alltag sind das aufmerksame Wahrnehmen und tiefe Verstehen wesentlich. Hören Sie nicht nur auf Sachinhalte, sondern versuchen Sie auch zu verstehen, wie – mit welchem Ton, in welchem Kontext und mit welcher Körpersprache – etwas gesagt wird. Sie können beispielsweise durch Nicken, Nachfragen, Wiederholen und einem angemessenen Augenkontakt signalisieren, dass Sie Interesse am Gegenüber haben und ihm gut zuhören.

3. Ratgeber-Impuls unterdrücken

Häufig bewirken Ratschläge genau das Gegenteil der eigentlichen Intention. Denn Ratschläge entziehen einen Teil der Eigenverantwortung und sorgen damit häufig eher für Demotivation statt für Motivation.

Wenn Ihr Coachee beispielsweise aufgrund eines Konflikts mit einem Kollegen zu Ihnen kommt, halten Sie eigene Ideen zur Problemlösung zunächst zurück. Versuchen Sie zuerst die Ausgangssituation noch besser zu verstehen, indem diese zum Beispiel visualisiert wird. Bitten Sie den Coachee, die relevanten Aspekte der Situation mit einfachsten Symbolen (Kreis, Dreieck, Strichmännchen) auf ein Blatt Papier aufzumalen und die Bezüge zwischen den relevanten Aspekten durch Pfeile darzustellen (dicker Pfeil = positiver Bezug, zackige Linie = Spannungen, Konflikte). Es kommt Ruhe in die Betrachtung und der Coachee selbst kann, im wahrsten Sinne des Wortes, von oben drauf schauen.

4. Die richtigen Fragen stellen

Das selbständige Denken und Entwickeln von Lösungen kann gefördert werden, indem Sie viele offene Fragen stellen. Offene Fragen sind der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen und schaffen darüber hinaus Vertrauen. Hierbei orientieren Sie sich idealerweise an vier Schritten: Fokussierung auf ausgewählte Themen, Selbstachtsamkeit, Lösungsorientierung und Reflexion.

Die erste Frage im Coaching kann dann beispielsweise lauten „Welche Frage oder welches Thema beschäftigt dich aktuell am meisten?“. Damit kann das Coaching gezielt auf ein einziges Thema gerichtet werden, das dem Coachee am wichtigsten ist. In unserer Infografik „Essenziele Fragen im Coaching“ können Sie neun zentrale Coachingfragen nachlesen.

5. Pausen akzeptieren

Für das Coaching ist es von Vorteil, sich mit Pausen anfreunden zu können. Denn Coaching umfasst vor allem zwei Dinge: Nach Innen hören und reflektieren. Und dies benötigt Zeit. Das bedeutet, dass es ganz normal ist, wenn beispielsweise auf eine Frage nicht sofort eine Antwort folgt. Schließlich beschäftigt sich ein Coaching mit tiefgründigen Themen und Fragen, die nicht mit oberflächlichen Antworten schnellst möglich abgehakt werden sollten.

Business Coaching

Selbstverständlich gibt es auch Situationen in denen eine – nicht als professioneller Coach ausgebildete – Führungskraft nicht weiterkommt oder gar in einen Rollenkonflikt gerät. Denn ein professioneller Business-Coach sollte über eine mehrjährige Ausbildung und über Erfahrung verfügen. Auch mag nicht jede Führungskraft ein Coach sein, denn man kann schnell in das Dilemma geraten, Anforderungen als Vorgesetzter stellen oder kritische Beurteilungen vornehmen zu müssen.

Oft macht deshalb ein professionelles Business Coaching bei einem externen und neutralen Coach Sinn. Das Business Coaching von commma wird von ausgebildeten Coaches und Wirtschaftspsychologen durchgeführt und reicht damit eine Ebene tiefer. In der Regel dauert ein Business Coaching bei commma 6 bis 9 Monate und umfasst die folgenden Prozessschritte: Vor Beginn des Coachings findet oftmals eine individuelle Standortbestimmung der Person statt, um die jeweiligen Ressourcen und Präferenzen zu identifizieren. Das anschließende Auftaktgespräch stellt dann die Basis des Coachings dar und beinhaltet ein gegenseitiges Kennenlernen sowie die Definition der Ziele, die mit dem Coaching erreicht werden sollen. Danach wird in drei bis vier Sitzungen an den festgelegten Themen gearbeitet und vom Coachee Lösungen entwickelt. In einem Halbzeitmeeting mit dem Vorgesetzten werden erste Erfolge benannt und Rückmeldung an den Coachee gegeben. Es folgen erneut drei bis vier Coachingsitzungen, um weiter dranzubleiben. Im Abschlussmeeting erfolgt eine Reflexion des gesamten Prozesses.

Sie haben Interesse an einem Business Coaching oder möchten mehr darüber erfahren? Kontaktieren Sie uns hier.

Quellen

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Die Autorin

Franziska Just commma

Franziska Just

Franziska Just unterstützt das commma Team seit April 2021 und geht so neben dem Masterstudium im Fach Corporate Communication Management ihrem Interesse an der Personalentwicklung nach. Empathie, Beigeisterungsfähigkeit und Neugierde zeichnen sie im Umgang mit ihren Mitmenschen aus und bilden gemeinsam mit ihren bisherigen Erfahrungen im Online Marketing die Grundlage ihrer Texte.

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