Sturm meistern

So navigieren Sie sicher durch die Krise

Dynamik, Sturm und höchste Verunsicherung – das sind die Themen und Gefühlslagen, mit denen Unternehmer und Führungskräfte im Moment umgehen müssen. Daneben muss das Geschäft möglichst weiterlaufen, damit wenigsten ein Teil der Produktivität gerettet werden kann. Was tun, um Mitarbeiter, sich selbst und das Unternehmen sicher durch die Krise zu navigieren?

1. Schalten Sie sich und Ihr Umfeld in den Krisenmodus.

Gehen Sie Schritt für Schritt voran. Fokussieren Sie sich auf die nächste Engstelle, die es zu durchschreiten gibt. Bauen Sie auf verlässliche Personen in Ihrem Team. Stabilität ist das Gebot der Stunde.

2. Setzen Sie klare Zeichen und auf einige symbolische Aktionen.

Berufen Sie eine Mitarbeiterversammlung ein oder holen Sie alle Teammitglieder an einen Tisch. Sprechen Sie laut und deutlich aus, dass andere Zeiten hereingebrochen sind, denen man mit anderen Maßnahmen begegnen muss. Machen Sie deutlich, dass es ernst ist und es keine Alternative gibt.

3. Benennen Sie erste konkrete Schritte und Maßnahmen und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen und nehmen Sie sich nicht aus. Welche Investitionen werden verschoben, welche Annehmlichkeiten werden aus dem Programm genommen oder welche Produkte werden kurzfristig abgemeldet. Wer wird wie lange im Homeoffice sein und was passiert mit der geplanten Messe? Wie wird die Kinderbetreuung unterstützt und wie mit Härtefällen umgegangen. Und weil Sie mit gutem Beispiel vorangehen: verzichten Sie auf Ihr diesjähriges Urlaubsgeld und bezahlen eine Fortbildung aus eigener Tasche.

4. Wählen Sie sich einen Krisenstab von 2 bis 5 Personen, der mit Ihnen die Krisenstrategie bespricht und umsetzt.

Suchen Sie sich Personen, denen Sie vertrauen und sprechen Sie jeden einzelnen persönlich an und sagen ihm/ihr, warum gerade er/sie im Krisenstab wichtig ist. Setzen Sie eine erste gemeinsame Sitzung möglichst noch am selben Tag am späten Nachmittag an. Schwören Sie diese Gruppe darauf ein, dass sie nur gemeinsam die Krise meistern können und jeder einzelne dabei wichtig ist. Besprechen Sie auch, dass Krisenmodus nur funktionieren kann, wenn das persönliche Umfeld die Zusatzbelastung unterstützt.

5. Thematisieren Sie Emotionen als normalen Teil Ihrer gemeinsamen Bemühungen.

Holen Sie Ihren Krisenstab mit einem persönlichen und offenen Statement ab, in dem Sie zum Beispiel darüber sprechen, welche Nöte Sie selbst umtreiben. Oder (noch besser) in dem Sie von einer Situation erzählen, in der Sie persönlich eine stark belastende Krise erlebt und überwunden haben und was Sie darauf gelernt haben.

6. Führen Sie Krisenregeln ein.

Fokussieren Sie sich mit den Regeln auf die aktuell wichtigsten unternehmerischen Prozesse. Das werden in der Regel Entwicklung, Produktion und Vertrieb sein.

Alle Regeln sollen unkompliziert sein, verteilen Sie die Entscheidungskompetenzen innerhalb ihres Krisenstabs. Alles muss in Frage gestellt werden können: Preise, Produkte, Lieferanten etc.

7. Kommunizieren Sie eindeutig und häufig, intern wie extern

Lassen Sie sich dabei von einem Kommunikationsexperten (am besten aus Ihrem Unternehmen) helfen. Denn es ist nicht egal, wie etwas ausgesprochen wird und welche Botschaften an die Mitarbeiter gegeben werden. Alle Informationen müssen zwingend zuvor an das gesamte Krisenteams gehen und jeder einzelne muss sich damit einverstanden erklären.

8. Verstehen und reagieren Sie auf die neuen Bedürfnisse Ihrer Kunden.

Sprechen Sie mit Ihren Kunden und erfragen Sie deren besondere Situation. Welche Bedürfnisse ergeben sich daraus? Schicken Sie Ihre Leute aus, um wichtige Kontakte anzurufen. Tragen Sie die Ergebnisse zusammen und lernen Sie daraus.

9. Richten Sie Notfallpläne ein und lösen Sie sich von allem Optionalem.

Die Krise als Fokussierung zu leben macht erfinderisch, ein Notfallplan hilft, sich für weitere Krisenfälle zu wappnen. Und die Fokussierung kann auch positive Seiten haben, weil man merkt, was wirklich wichtig ist und woran man vielleicht viel zu lange festgehalten hatte.

10. Leben Sie Ihre Werte und bleiben Sie authentisch.

Nichts ist schlimmer, als ein gebrochenes Versprechen. Alles, was Sie bislang als Wert Ihres Unternehmens postuliert haben, darf in der Krise nicht mit Füßen getreten werden. Wenn also Mitarbeiterbeteiligung groß geschrieben wurde und Sie treffen einsame Entscheidungen an der Spitze, oder wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf der Liste der Unternehmenswerte steht und Sie nicht danach fragen, wie die privaten Umfelder eingebunden und unterstützt werden können – dann machen Sie sich zum Gespött Ihrer Mannschaft und verlieren deren Respekt.

11. Bereiten Sie sich auf die Zeit nach der Krise vor

Analysieren Sie schon im Verlauf, was in der Krise wirklich gut gelaufen ist. Prüfen Sie alle neuen Kanäle, die in der Krise gut funktioniert haben und fragen Sie nach disruptiven Formaten der Zusammenarbeit, der Entwicklung, der Produktion oder des Vertriebs. Dieses sind die Juwelen, die Ihr Geschäft in der Nach-Krisenzeit noch wertvoller machen können.

12. Planen Sie die Kommunikation für die Zeit nach der Krise.

Soll es eine Welcome-Back Aktion geben? Wollen Sie Ihre Marketingausgaben verändern? Sammeln Sie besondere Produkt oder Service-Geschichten aus der Zeit der Krise, um sie später zur Stärkung Ihres Teams und deren Durchhaltevermögens nutzen zu können.

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Die Autorin

Ursula Franke Psychologin Moderatorin Coach

Ursula Franke

ist Diplom-Psychologin, Geschäftsführerin und Mediatorin und unterstützt seit über 25 Jahren Kunden bei den Herausforderungen in der Personalentwicklung. Sie ergündet sorgfältig den Kern eines Menschen und weiß, was Begegnung, Vertrauen und Tiefe nachhaltig bewirken können. Ihre Erfahrungen gehen von kleinen Unternehmen bis zu höchsten Führungsebenen in Konzernen.